In der Wallonie wird derzeit ein Radwegenetz geplant, durch das die Gemeinden und Provinzen der Wallonischen Region einheitlich strukturiert und miteinander verbunden werden sollen. Es wird an die derzeitigen Gegebenheiten vor Ort angepasst sein, weiter anpassbar bleiben, außerdem feinmaschiger sein als der bisherige Radverkehrsleitplan und diesen ersetzen. Für die Gemeinden, Provinzen und den SPW soll es eine Orientierungshilfe bei der Umsetzung von Projekten und Investitionen sein. Das Projekt ist auf 15 Jahre angelegt und der Bereich aufgeteilt in 9 Planungsgebiete.
Vier sind im Jahr 2025 bereits fertiggestellt worden:
- die Bezirke Lüttich und Verviers (alle Gemeinden, Fahr Mit und AVELLO waren beteiligt),
- die Provinzen Wallonisch-Brabant und Namur.
Zwei befinden sich derzeit in der Ausführung:
- Wallonie Picarde und Coeur du Hainaut.
Die drei verbleibenden Gebiete (sollen 2027 anlaufen):
- das Gebiet Charleroi Métropole,
- der Bezirk Huy-Waremme und die Provinz Luxemburg.
Das Netz umfasst drei Ebenen:
- Gebiete mit hohem Verkehrsaufkommen sollen durch Radschnellwege miteinander verbunden werden. Komfort, Sicherheit und gute Befahrbarkeit selbst bei intensiver Nutzung werden durch eine hochwertige Infrastruktur gewährleistet;
- die Orte in der Stadt oder auf dem Land, an denen Einrichtungen, Geschäfte, Dienstleister, Verkehrsangebote usw. gelegen sind, sollen durch gemeindeübergreifende funktionale Fahrradwege miteinander verbunden werden. Anders als durch die Radschnellwege entsteht ein Netz, das sich über das gesamte wallonische Gebiet erstreckt;
- die einzelnen Netze werden ergänzt durch lokale Verbindungen mit den Hauptverkehrsachsen und den Radschnellwegen. Auf diese Weise soll für eine flächendeckende Anbindung des Gebiets gesorgt werden.
Zwei Hauptgremien sind mit der Leitung befasst:
- Der Lenkungsausschuss (COPIL) trifft die Entscheidungen. Er setzt sich aus Vertretern des SPW Mobilität und Infrastruktur, des Ministerkabinetts, der Provinzen und des Dienstleisters zusammen.
- Der Begleitausschuss (CoDAC) hingegen vereint die Gemeinden, die regionalen Verwaltungen sowie verschiedene Dienstleister des Mobilitätssektors (Avello, SNCB, Infrabel, TEC, …). Jeder Bürger hat zudem die Möglichkeit, sich im Rahmen von Besprechungen, die in verschiedenen Formen vorgesehen sind (Online-Plattform, Versammlungen, …), zu den vorgeschlagenen Plänen zu äußern.
Der Ablauf – drei Phasen
Jede Untersuchung wird einem spezialisierten Büro übertragen, das seine Methodik an das Lastenheft anpasst. In drei Phasen über einen Zeitraum von etwa 18 Monaten wird sie umgesetzt.
Phase 1: Analyse und Ausarbeitung eines Konzeptentwurfs
In diesem Schritt werden die Achsen mit hohem Fahrradpotenzial herausgearbeitet und ein erster Entwurf erstellt.
Phase 2: Ausbau und Optimierung des Entwurfs
Dieser erste Entwurf wird mit dem CoDAC besprochen und anschließend Bürgerbefragungen (Workshops, Online-Plattformen) zur Ergänzung durchgeführt, wodurch die Streckenführungen und Prioritäten verfeinert werden können.
Phase 3: Priorisierung und Planung der Maßnahmen
Ermittlung der benötigten Einrichtungen, Abwägung, ob bestehende verbessert werden oder neue geschaffen. Eine Typologie der Infrastrukturen wird festgelegt (getrennte Radwege, verkehrsberuhigte Strecken usw.) und die Prioritäten werden entsprechend des Nutzungspotenzials, der Sicherheit, der technischen Einschränkungen und der laufenden Projekte festgelegt.
Der CoDAC und die Gemeinden werden erneut um Stellungnahme gebeten und bestimmte Elemente nach einer letzten Anpassung offiziell von den Gemeinden bestätigt.
Ein unverzichtbares Nachschlagewerk
Nach seiner Veröffentlichung wird dieses strukturierende Radwegenetz als Grundlage für regionale und kommunale Entscheidungen dienen.
Die ersten wichtigen Schritte sind gemacht, aber wir werden uns wohl noch etwas in Geduld üben müssen, bis das gesamte Netz auch tatsächlich fertiggestellt ist!
nach MAG AVELLO 02/2026


